Donnerstag, 24. Juli 2014

Lights, Camera, Action - Erklärvideos mit powtoon

Momentan laufen sie einem so oft über den Weg wie früher Herr Kaiser von der Hamburg Mannheimer - die Erklärvideos im Stile von explainit, simpleshow oder  explainity. Kleine Scribbles werden mit fein manikürten Händen über eine weiße Fläche geschoben und eine sonore Stimme gibt die notwendigen Informationen. "Cool", dachte ich "so was könnte ich doch auch mit unserer Dokumentenkamera in der Klasse erstellen." Was ich bei meiner Recherche im Netz entdeckte, war allerdings viel besser und ist in diesem Post nachzulesen.

(Fotoquelle: flickr.com //  João Trindade // CC-Lizenz)

Mit der leisen Hoffnung, dass es auch ein günstiges (weil kostenloses) Tool fürs tablet oder Online geben würde, machte ich mich auf ins weltweite Netz. Denn ehrlich gesagt war ich nicht gerade optimistisch, was eine analoge Videovariante angeht. Dabei stieß ich auf die etwas verrückte Seite powtoon.

Hier hat jeder die Möglichkeit, kostenlos nach einer Anmeldung ein kleines Video zu erstellen. Allerdings birgt die kostenfreie Variante - wie immer - einige Einschränkungen:
  • die Videos können nicht runtergeladen werden
  • am Ende des Videos erscheint das Logo der Webseite
  • die Länge des Films ist auf 5 Minuten beschränkt
  • die Auswahl der Formatvorlagen und Grafiken ist reduziert

Für den Einsatz in der Schule kann ich diese Restriktionen auf jeden Fall hinnehmen. Denn ansonsten ist das Programm wirklich sehr simpel in seiner Bedienung. Alle Schülergruppen kamen nach eigenen Angaben sehr gut mit dem Programm zurecht und die Ergebnisse der Gruppen hat mit mich wirklich (positiv) überrascht.

Anders als bei Referaten oder Plakaten, Folien oder sonstigen Präsentationsmedien, die im Schulalltag üblich sind, bedarf es bei der Erstellung des Videos ein paar mehr "Gedanken". Die Schüler müssen sich vor der Arbeit mit dem Programm bereits mit dem Thema auseinandergesetzt und auf die wesentlichen  Inhalte reduziert haben. Das bringt der mediale und zeitliche Rahmen mit sich. Aus den gezeigten und ggf. analysierten best-practise-Beispielen wissen die Schüler außerdem, dass eine "story" im Hintergrund das Verständnis einfacher macht. Sie setzten sich also intensiver mit dem Stoff auseinander. Denn der "Medienbruch" von rein schriftlichen zu filmischen Inhalten bedarf der Neustrukturierung.

Wie kann man das Programm nun im Unterricht einsetzen?
  • Schauen Sie mit der Klasse gute Erklärvideos und arbeiten Sie die wesentlichen Kriterien heraus.
  • Formulieren Sie das Thema, die Aufgabe und/oder den Inhalt für die Schüler. Das Arbeitsblatt, das ich einsetzte, finden Sie hier.
  • Jetzt lassen Sie die Schüler unbedingt alleine arbeiten. Sie werden es schon schaffen. Warum? Meine Argumentation zum Thema verlorener Luftkampf.
  • Nach der Arbeit können die Schüler ihr Ergebnis präsentieren, Sie können die Videos als Playlist sammeln und gemeinsam über die Videos anhand der Kriterien reflektieren.
Tipp: Eine Zusammenstellung lizenzfreier Musik und Geräusche findet man auf den Seiten von Medienpädagogik Praxis.

Wir haben powtoon in unserem Jahrgangsstufenteam zum Thema Zahlungsverkehr eingesetzt. Den Schülergruppen wurde nur das Arbeitsblatt zur Verfügung gestellt. Alles weitere mussten sie erledigen - bis zu einem Stichtag. Christan Schett hat ein kleines Videotutorial auf deutsch kreiert, das hier zu finden ist. 

Ein paar Ergebnisse meiner Klasse möchte ich gerne präsentieren:


 




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